|
Pressemitteilung
=> zurück |
100 Jahre Frauentag - ein Grund zum Feiern! "Für mich ist der 100. Internationale Frauentag ein Grund zum Feiern, denn für mich ist das Glas halbvoll", antwortete Dagmar Roth-Behrendt auf die Frage von Annette Riedel, Chefredakteurin des Deutschlandradio Kultur, wie sie den Fortschritt der Gleichstellungspolitik beurteile. Das Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Berlin hatte am vergangenen Donnerstag anlässlich des 100. Jubiläums des Internationalen Frauentages zu einem Mittagsgespräch in das Europäische Haus in Berlin eingeladen. Rund 200 Gäste waren gekommen, um das Gespräch zwischen der Vizepräsidentin des EP und der Journalistin zu verfolgen und um danach über das Thema Gleichstellung von Frauen und Männern zu diskutieren. In der europäischen Gesetzgebung habe sich seit der ersten Richtlinie zur Gleichstellung von 1975 über gleiches Geld für gleiche Arbeit für Frauen und Männer bereits viel getan, meinte Dagmar Roth-Behrendt. Dennoch bleibe einiges zu tun, vor allem bei der Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt und bei der beruflichen Karriere. "Wir brauchen die Frauenquote, um mehr Frauen in Führungspositionen in Politik und Verwaltung zu bekommen. Die Quote ist als Brücke unumgänglich, denn nur mit einer Selbstverpflichtung der Unternehmen wird sich nichts ändern", ist die Europaabgeordnete überzeugt. "Bei der Besetzung hoher Posten sollte der erste Gedanke an eine Frau sein", so Dagmar Roth-Behrendt. Natürlich gehe es nicht um eine gesetzliche Übervorteilung von Frauen, sondern darum, dass die Gesellschaft nicht mehr automatisch an Männer denke, wenn es um die Besetzungen von Vorstandsposten in DAX-Unternehmen oder politischen Ämtern gehe. Vor allem bei der anschließenden sehr lebhaften Diskussion betonten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass nicht nur der Gesetzgeber eingreifen, sondern auch ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden muss. Den Frauen fehle zu oft der Mut, sich auf Führungspositionen zu bewerben. Traditionelle Rollenbilder führen oft dazu, dass sich Paare dafür rechtfertigen müssten, wenn der Mann zu Hause bleibt und die Frau die Familie ernährt. Dagmar Roth-Behrendt betonte, dass Lohnunterschiede bei Frauen und Männern auch dazu führen würden, dass eher Männer die Ernährer der Familie wären. Karriereknicks, die bei Frauen durch Elternzeit und Teilzeitarbeit entstehen, müssen verhindert werden, wenn eine wirkliche Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht werden soll. |